Mercedes Rehm Lektorat und Wortschmiede

Leseproben

Durch das stete Schreiben von Gutachten, Briefen, Mails und Blogs habe ich viel Praxis, was das Verfassen von unterschiedlichen Texten angeht. Im Folgenden stelle ich Ihnen Auszüge aus Rezensionen vor zu Büchern, die mich sehr beeindruckt haben. Die Texte können Ihnen einen ersten Eindruck von meinem Schreibstil, bzw. von einer meiner Stilarten, vermitteln. Die vollständigen Rezensionen können Sie bei Interesse gerne unter den angegebenen Buchtiteln bei amazon, unter Die Wortschmiede, nachlesen.

Georg Magirius, Schritt für Schritt zum Horizont – Pilgerwerkbuch
Herder Verlag, 2015


Ein wertvolles Begleitbüchlein für alle, die den Aufbruch wagen

Der Theologe und Erzähler Georg Magirius gibt mit Schritt für Schritt zum Horizont all den Menschen ein Büchlein an die Hand, die nicht mehr im Gewohnten verharren, sondern sich den Unsicherheiten und Fragen ihres Lebens stellen wollen, indem sie sich auf eine unbekannte und oft schmerzvoll erschöpfende Reise zu sich selbst und zu Gott begeben.

Das handliche, sehr schön gestaltete Buch will beim Pilgern begleiten, ohne einzuengen oder Vorschriften zu machen. Magirius zeigt mit seinem Pilger-Werkbuch zahlreiche Möglichkeiten auf, sich auf freilassende Weise beim unterwegs Sein inspirieren zu lassen, nachzuhören, zu meditieren, zu beten, zu singen – und dabei die eigene Unvollkommenheit und Zerbrechlichkeit nicht zu leugnen. Doch für jeden und jede, die sich auf den ungewissen Weg des Pilgerns machen, ist – inmitten aller Zweifel und Erschöpfung – auch die Geborgenheit bei Gott erfahrbar.

Die Überschriften dieses Begleitbüchleins sowohl für Einzelwanderer wie auch für Gruppen sprechen für sich und zeigen die vielfarbigen Möglichkeiten, die Magirius den Suchenden in die Hand gibt: Aufbruch – Gehen – Weite – Stille – Stab – Schlucht – Rasten – Quelle – Erschöpfung – Gipfel – Ruine – Ziel. Jedes dieser Themen umfasst ein Gebet, Lied, Bibeltext, Impuls, Hintergrundinformation, Meditation und Segen. Jeder einzelne Abschnitt ist mit spürbarer Sorgfalt und Hingabe formuliert, ausgesucht und interpretiert, und es liest sich dabei gewohnt leichtfüßig und anregend zugleich. Magirius findet wieder die Balance zwischen dem Alten und dem Neuen, dem gesellschaftlich-theologischen und dem ganz persönlichen Zugang.

Ein lesens- und bedenkenswertes Büchlein für alle, die sich beim Pilgern Anregungen und Begleitung, Segen und Zuspruch geben lassen möchten.

Georg Magirius, Schmetterlingstango – Leben mit einem totgeborenen Kind
Claudius Verlag, 2013


Trauer auf eine fast heitere Weise - Wie ein Vater ohne seine Tochter weiterlebt

Der Schriftsteller-Poet-Theologe Georg Magirius schreibt in seinem Buch Schmetterlingstango – Leben mit einem totgeborenen Kind, über sein Leben ohne seine Tochter Juliane Magirius, die am 06. Oktober 2010 tot auf die Welt kam. Magirius schreibt stets besonders: mit großem persönlichen Bezug, bunten Erinnerungen und mit einer Fantasie, die beim Lesen oft ein Lächeln hervorruft. Doch dieses kleine Büchlein, der Schmetterlingstango, ragt aus seinen Veröffentlichungen noch einmal besonders hervor. Es gelingt Magirius, den Leser und die Leserin, ob sie nun selbst ein Kind betrauern oder nicht, auf jeder einzelnen Seite mit hineinzunehmen in die vielfältigen Gefühle der Trauer, die den Vater und Schriftsteller seit drei Jahren begleiten.

Juliane Magirius war ein Wunschkind, und sie wird von ihren Eltern jeden Tag zutiefst geliebt und schmerzlich vermisst. Magirius macht sich auf die Suche nach seiner Tochter. Er bringt dem Leser eindringlich nahe, dass auch ein totgeborenes Kind schon erstaunlich viele Erinnerungen und Bilder hervorruft. Magirius erweckt all die vielen kleinen Begebenheiten zum Leben, die er mit seiner Tochter bis zum Tag ihrer Geburt und ihres Todes – bis jetzt – erleben durfte: ihre Schwangerschaft, ihre Bewegungen, ihre Unruhe oder ihren Frieden bei den verschiedenen Geräuschen, bei den Stimmen ihrer Eltern, die Ultraschallbilder, auf denen sie sich weigerte, sich wie gewünscht ablichten zu lassen, ihr Eigensinn und ihre Schönheit. Magirius verweigert bewusst die Rückkehr zur Normalität, das hoch gepriesene „Loslassen!“, wie es ihm viele Menschen ahnungslos gewünscht, es sogar von ihm erwartet haben.

Doch beim Lesen des Schmetterlingstangos erkennt man: ein solcher Verlust geht niemals zu Ende. Auch wenn das Leben weitergeht, wird es nie mehr so sein wie vorher. Denn ein Kind hat im Mutterbauch gelebt, es wird geliebt und nie vergessen werden können. Nur durch Unsicherheit, falsche Angst oder Scham können solch schale Trostworte entstehen. Damit solch peinliche Fehler nicht passieren, entwickelt der Autor sogar einen eigenen „Knigge fürs Kondolieren“, der sich nicht nur höchst amüsant, sondern zugleich auch wirklich hilfreich lesen lässt. Denn wer Trauer kennt, für den lebt der verlorene Mensch mindestens in vielen Erinnerungen weiter. Doch das reicht dem Vater und Autor noch lange nicht. Er geht weit über seine Erinnerungen hinaus und beginnt, von noch viel mehr zu träumen, zu hoffen und zu glauben. Er zeichnet seine Tochter, malt sie in seiner Fantasie, wie er sie wiedersehen will: lebendig, voller Freude und Tatendrang, voll Liebe und Frieden, voller Verständnis für seine Eltern, die erst dann bei ihr sein können. Magirius erzählt nicht von Gewissheiten, sondern von seinem Glauben, den er in einem wunderbaren, ganz persönlichen Glaubensbekenntnis uns, seinen tief berührten Leserinnen und Lesern, anvertraut. Er träumt von Juliane, ihren Vorlieben und ihrem Eigensinn, ihrem Appetit, ihrem Lachen, ihrem Verständnis und ihrem Da-Sein, bis sie alle einander wieder, wie am Tag von Julianes Geburt, in den Armen halten dürfen. Magirius zwingt niemandem seinen Glauben auf, sondern erzählt, was ihm Mut macht, aber auch, dass er manchmal Wut empfindet auf diesen Gott, der sie ihm weggenommen hat, und dass es ihm Kraft gibt, mit seiner „kleinen Ärztin“ zu reden.

Schmetterlingstango ist ein tief berührendes Buch, das jedem beim Lesen die Hand reicht und sagt: Du bist nicht allein, es ist richtig und vollkommen nachvollziehbar, weiter zu trauern, und es ist kraftvoll und äußerst lebendig, an ein Wiedersehen mit dem – nur fürs Erste – fortgegangenen Menschen zu glauben.


Detlef Wendler, Wieder verliebt ins Leben – 40 heilsame Übungen
Claudius Verlag, 2014


Ein sanftes und hilfreiches Büchlein, wie man wieder mehr zu sich selbst und zu mehr Lebensqualität finden kann

Wieder verliebt ins Leben enthält nicht nur 40, mal leichte, mal auch gar nicht so leichte tägliche 5-Minuten-Meditationen, sondern es umfasst wesentlich mehr. Detlef Wendler spannt einen Bogen von der Bereicherung durch Meditation und Innehalten im Alltag, er beschreibt die vier Wachstumsbereiche spiritueller Entwicklung, er gibt immer Raum für den ganz persönlichen Weg jedes Einzelnen, und er lässt jede Freiheit, sein Buch zu lesen, Einzelnes oder alles anzuwenden – oder auch zu verwerfen, weil der persönliche Zeitpunkt für den Leser oder die Leserin im Moment nicht der richtige sein mag. Die Übungen bauen in vier Vertiefungen aufeinander auf, sie führen vom Innehalten im Alltag bis zur Entwicklung eines persönlichen, stärkenden Gottesbildes. Auch dabei betont der Autor, wie wichtig und heilsam es ist, sich das ganz eigene, stärkende, Mut machende Gottesbild zu verinnerlichen – im Gegensatz zu vorgegebenen, verkrusteten oder niederdrückenden falschen Abbildern der göttlichen oder: der Höheren Macht.

Wendler betont die Freiheit und Selbstbestimmung des Lesers und der Leserin immer wieder, und das macht das Vertiefen, das Überfliegen oder auch mal Ausprobieren einzelner Übungen sehr spielerisch, persönlich und außerordentlich selbst-bewusst. Es ist kein Buch, das man in Einem durchlesen und danach zur Seite legen kann; sondern die vielen, gut nachvollziehbaren und eindrücklichen Beispiele, Geschichten und Erlebnisse aus den verschiedensten Kontexten wirken schon beim Lesen selbst und vor allem hinterher nach, wenn man versucht ist, doch mal die eine oder andere Übung auszuprobieren und über den eigenen Alltag, die eigene Achtsamkeit und über sein ganz persönliches Gottesbild – wie auch immer es aussehen mag – nachzudenken.

Wieder verliebt ins Leben will konkrete, leicht umsetzbare Hilfe und kleine Schritte anbieten, gegen Erschöpfung und Ausgebranntsein, gegen Sinnlosigkeit und Lebensmüdigkeit anzugehen. Natürlich ist es kein Allheilmittel bei schweren Erkrankungen, aber es kann doch Mut machen, wieder mehr innezuhalten, auf die eigene innere Stimme zuhören und zu überlegen, wo man sich doch kleine Ruheräume inmitten des sogenannten selbstverständlichen Leistungsdenkens schaffen könnte. Wieder verliebt ins Leben regt, wie man es auch benutzt, ob oberflächlich oder jede einzelne Übung meditierend, wie nebenbei zum Nachdenken an, ohne mit Vorschriften oder einengenden Gottesbildern zu beschweren.

Wieder verliebt ins Leben liest sich wunderbar leicht, und diese Leichtigkeit inmitten des angeregten Nachdenkens bleibt auch lange nach dem Weglegen des Büchleins erhalten. Es ist unbedingt zu empfehlen, gerade nicht für Meditationsgeübte, sondern auch für Skeptiker und Kirchenferne, für Neugierige und Aufgeschlossene, die in ihrem hektischen Alltag, in Verpflichtungen und Leistungsansprüchen wieder mehr zu sich und zu mehr Lebensqualität finden möchten.

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